Bilanz 2016

-100 Frauen und Männer fehlen zur Sollstärke-

 

Am 7. April 2017 trafen sich die Kreuzauer Wehrfrauen und -männer zur jährlichen Jahreshauptversammlung. Der Leiter der Feuerwehr, Guido Klüser, hatte in das Forum des Schulzentrums in Kreuzau eingeladen. Neben den Frauen, Männern und den Jugendlichen der Jugendfeuerwehr waren auch die Leiter der umliegenden Feuerwehren aus Düren, Hürtgenwald, Nideggen und Vettweiß eingeladen. Auch der Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar und Ehrengemeindebrandmeister Helmut Becker waren anwesend.

 

Von Seiten der Kreuzauer Politik konnten neben Ratsmitgliedern auch die Vorsitzenden der im Rat vertretenen Fraktionen begrüßt werden. Letztlich galt es auch, den ersten Bürger der Gemeinde Kreuzau, Bürgermeister Ingo Eßer, willkommen zu heißen.

 

Guido Klüser trug in seinem Jahresbericht sämtliche Eckdaten der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzau zusammen und dankte den anwesenden Kameradinnen und Kameraden für Ihre ehrenamtliche Unterstützung im Berichtsjahr.

Trotz der positiven Worte für die anwesenden Feuerwehrmitstreiter muss dringend das Personalproblem der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzau angegangen werden, erläutert Klüser. „Zur Sollstärke fehlen noch immer ca. 100 Frauen und Männer.“ Hoffnung setzt die Wehrleitung in die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes, welcher kurz vor dem Abschluss steht. Vielen freiwilligen Helfern ist es durch die starke Einbindung in Beruf und Familie nicht möglich, noch mehr freiwillige Arbeit zu leisten. Leider geht es vielen Feuerwehren in NRW so, dass sie mit Personalproblemen zu kämpfen haben.

 

Einige Besonderheiten pickte sich der Leiter der Feuerwehr Kreuzau heraus, um gesondert darüber zu berichten.

 

Zum 1. Juni 2016 wurde bei der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzau eine Kinderfeuerwehr für Kinder ab 6 Jahren gegründet. Nach der Gründung einer Gruppe konnten leider nicht alle Kinder aufgenommen werden, so dass derzeit eine Warteliste existiert. Das federführend vom Gemeindejugendwart Michael Bramer entwickelte Konzept wird sehr gut angenommen und die Arbeit macht den Betreuern und Kindern riesig Spaß. Eine Zusammenarbeit von engagierten Eltern und Feuerwehrmitgliedern ist hier eine tragende Säule.

 

In 2016 wurden die Löschzüge in der Feuerwehr Kreuzau umstrukturiert. Hier wurden vor dem Hintergrund einer Prozessoptimierung die örtlich nächsten Löschgruppen zusammengefasst, um die Anfahrtszeit zur Einsatzstelle zu verkürzen. Die ehemaligen Löschzüge existieren somit nicht mehr.

 

Ebenfalls wurde im Vorjahr die gegenseitige Hilfe (nun nach einer Gesetzesänderung möglich) aufgebaut. So konnten in Gesprächen mit den benachbarten Feuerwehren Vereinbarungen getroffen werden, damit die örtlich nächst gelegene Löschgruppe aus einer Nachbarfeuerwehr die Feuerwehr Kreuzau bei besonderen Einsatzlagen unterstützt. So kommt zum Beispiel bei einem Einsatz mit „Menschenleben in Gefahr“ aus der Feuerwehr Hürtgenwald die Löschgruppe Straß nach Untermaubach und umgekehrt.

 

Weiterhin konnte zusammen mit der Feuerwehr Düren im Juli 2016 ein Testbetrieb des sogenannten Voralarms erfolgen. Wenn der Einsatzort bekannt ist, erfolgt vorab die Alarmierung der örtlichen Alarmeinheit, also der drei nächsten Löschgruppen ohne Detailangabe. Der genaue Einsatzort folgt später. Derzeit kann ein Zeitgewinn durch den Voralarm im Mittel von 38 Sekunden verzeichnet werden. 38 Sekunden, die Feuerwehr schneller am Einsatzort ist.

 

Schon länger Thema innerhalb der Feuerwehr war und ist die Sirenenalarmierung zu Feuerwehreinsätzen. In enger Zusammenarbeit mit der Verwaltungsführung konnte die Sirenenalarmierung zum 01. Oktober 2016 wieder eingeführt werden. Wichtig war der Feuerwehr, eine Alarmierung auf unterschiedlichen Wegen zu ermöglichen, damit möglichst viele Einsatzkräfte erreicht werden.

 

BM
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Nach seinen Ausführungen übergab Guido Klüser das Wort an Bürgermeister Ingo Eßer. Auch er dankte den Feuerwehrfrauen und -männern für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Im Hinblick auf die Neuauflage des Brandschutzbedarfsplanes versprach er, wie auch in der Vergangenheit, in enger Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Feuerwehr das beste Ergebnis für alle Beteiligten zu erzielen.

Nach seinen Grußworten übergab der Bürgermeister den stellvertretenden Leiter der Feuerwehr Guido Baden und Christoph Schröder ihre Ernennungsurkunden, so dass die kommissarische Ernennung aufgehoben wurde.

Bereits vorher konnten die ehemaligen Zugführer Patric Ramacher, Michael Peitz und Dirk Lorbach als Zugführer entlassen und als Vertretung des Wehrleiters im Rahmen des C-Dienstes (eine Art Bereitschaftsdienst einer Feuerwehrführungskraft) ernannt werden.

 

Durch den Leiter der Feuerwehr wurden zudem folgende Beförderungen durchgeführt.

 

Nolden, Lars

Kreuzau

Aufnahme in die FW

Basen, Björn

Untermaubach

Übernahme aus der JF

Lott, Anne

Obermaubach

Oberfeuerwehrfrau

Heinen, Michel

Thum

Oberfeuerwehrfrau

Kreischer, Nico

Untermaubach

Oberfeuerwehrmann

Brings, Patrick

Kreuzau

Unterbrandmeister

Wallfahrer, Johannes

Obermaubach

Brandmeister

Gober, Marcus

Thum

Oberbrandmeister

Boemer, Michael

Üdingen

Oberbrandmeister

 

Im Anschluss erfolgten die Ehrungen langjähriger Mitglieder der Feuerwehr

 

Lenzen, Mark

Thum

25 Jahre

Koßlar, Robert

Untermaubach

35 Jahre

 

Nach langjähriger Mitarbeit im aktiven Dienst wurden die Kameraden Andreas Bär (Boich), Hans-Joachim Sohns (Stockheim) und Eckhard Ramacher (Stockheim) in die Ehrenabteilung der Feuerwehr Kreuzau entlassen.

 

Eine ganz besondere Ehrung wurde der Wehrleitung zu teil. Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar zeichnete den stellvertretenden Wehrleiter Christoph Schröder sowie den Löschgruppenführer der Löschgruppe Stockheim Timo Schmitz mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes aus.

Guido Klüser erhielt für seine Leistungen die höchste Auszeichnung des Kreisfeuerwehrverbandes Düren, die goldene Ehrennadel.

 

Nach dem offiziellen Teil erwartete die Anwesenden in der Schulmensa das gemütliche Beisammensein. Bei einem kühlen Getränk und leckerem Essen konnten so noch einige Worte gewechselt werden.