Kufferather Bergbauwanderweg
Vorinformation
Bei der Erwanderung dieses Weges geben 10 bebilderte Schautafeln Informationen am Wegesrand, die an die Zeiten erinnern, als der Bergbau Arbeit und Aufschwung in die Region brachte. Alles Wissenswerte über frühere Tagebautätigkeiten im Kufferather Tal wird hier erklärt. Das alte Schachtgebäude und Maschinenhaus der Kufferather Grube St. Johanna, inzwischen in ein einladendes Wohnhaus verwandelt, und der „Friesenhof“, ehemals Steigerhaus mit Pferdestall, sind steinerne Zeugen von Kufferaths Bergbau-Vergangenheit.
Der Startpunkt des Wanderweges ist beim „Landhaus Welk“ (x1Restaurant und Einkehrmöglichkeit) im Ortsteil Kreuzau. Da es sich um einen Rundkurs handelt, ist es jedoch möglich, an jeder beliebigen Stelle einzusteigen wie z.B. in Kufferath, beim „Friesenhof“ (x2 Gartenrestaurant und Einkehrmöglichkeit), oder an der K 27 (x3) in Höhe Blauer See. Hier sind geeignete Parkmöglichkeiten vorhanden.
Der meist über befestigte Wald- und Wirtschaftswege führende Streckenverlauf ist als einfach zu bezeichnen, obwohl insgesamt ca. 150 Höhenmeter zu überwinden sind.
Wegbeschreibung:
Wir beginnen unsere ca. 7,5 km lange Wanderung vom Ortsteil Kreuzau aus und hier beim „Landhaus Welk“, Kreuzau-Schneidhausen, Welk 7, (x1 Restaurant mit Biergarten).
In der Nähe der Tafel 1 befand sich damals das Mundloch (Eingang) des Entwässerungsstollens der Grube Johanna. Dieser verlief unter dem Kufferather Bach, dem wir in Richtung Westen (Kufferath) auf einem Wirtschaftsweg folgen. Vor der Überführung der K 27 sehen wir noch zwei der letzten Kopfweiden, die damals in dieser Gegend verbreitet vorkamen. Nach den ersten Kilometern erreichen wir die Ortschaft Kufferath, die ihren Namen der damaligen Kupfer- und Erzgewinnung zu verdanken hat. An der Ortsdurchfahrt „Bleiberg“ biegen wir nach links in Richtung Kirche ab. Links neben der Kapelle aus den 50er Jahren erwartet uns die zweite Tafel. Wir folgen der Ortsdurchfahrt ca. 200 m und biegen links in die Straße „Zum Friesenhof“ ein. Nach ca. 300 m erreichen wir das Gartenrestaurant „Friesenhof“ (x2). Das ehemalige Steigerhaus wurde später zu einem Lokal umgebaut, der Wintergarten stammt noch aus der Jugendstilzeit. Eine Einkehr ist empfehlenswert. Hiernach gehen wir weiter und erreichen nach ca. 100 m die nächste Wegkreuzung. Hinter einer Hecke versteckt liegt das alte Maschinenhaus mit dem letzten vorhandenen Stolleneinstieg. Das Haus wurde vom jetzigen Besitzer erworben und liebevoll zum Wohnhaus umgebaut. Eine Tafel an dieser Kreuzung erläutert Näheres. Wir biegen an dieser Kreuzung rechts ab, bis wir nach ca. 50 m den Kufferather Bach überqueren. Unmittelbar dahinter biegen wir links ab und folgen dem Bachlauf bis wir vor einer Halde und der nächsten Hinweistafel stehen.
Der Wall ist der Aushub des Tagebaus, der in Horm von 1950-1969 betrieben wurde. Als die Erzgewinnung unrentabel wurde, beendete man den Erzabbau und lagerte bis 2005 Müll ab. Seit diesem Zeitpunkt ist die Deponie geschlossen; nun wird sie mit mineralischem Gestein und Erde zur Rekultivierung verfüllt.
Der Weg führt uns nach linksüber den Bach hinweg bis wir nach ca. 100 m nach rechts in einen Wiesenweg einbiegen. Wir kommen zu einer Schranke und gehen an einem Bienenstock vorbei weiter durch den Wald. Nun erreichen wir im Langenbroicher Forst einen befestigten Waldweg. Links neben uns ist ein tiefer Flutgraben, in den früher Grund- und Schlemmwasser des Tagebaus abgeführt wurde. Heute liegt er in den Sommermonaten meist trocken. Wir wenden uns nach rechts auf den befestigten Waldweg. Nach weiteren 150 m gehen wir die erste Möglichkeit leicht links bergan. Rechts erkennt man noch die Pfeiler dar alten Überführung. Über einen Schienenstrang wurde Gesteinsmaterial aus dem Tagebau in Horm transportiert. Nach 50 m lassen wir uns durch eine Weggabelung nicht in die Irre führen. Wir halten uns weiter links (der rechte Weg endet im Feld). Nun befinden wir uns auf dem ehemaligen Bahndamm. Die Schienenstränge sind längst abgebaut und die Gegend ist so stark bewaldet, dass er kaum als solcher zu erkennen ist.
Auch an der nächsten Gabelung halten wir uns geradeaus. In dieser Gegend wurde viel gemahlener Sandstein (Sand) verfüllt. Dies ist auch an der Vegetation zu erkennen. In diesem feuchten Gebiet gedeihen Sandkiefern und Birken hervorragend.
Nach der Gabelung, ca. 100 m in Richtung alte Kreisstraße, befindet sich vor einer Backsteinruine eine weitere Hinweistafel. Die Ruine wurde zur Jahrhundertwende von einer englischen Firma erbaut. Man vermutete damals oberflächennahe, lohnende Erzvorkommen. Diese Vermutung bestätigte sich nicht und die Fabrik wurde kurze Zeit später aufgegeben. Rechts neben dem Gebäude erkennt man noch Reste des alten Schornsteins und schon erreichen wir die Kreisstraße.
Entgegen dem auf den in der Örtlichkeit befindlichen Tafeln hingewiesenen Wegverlauf weichen wir nun geringfügig ab, weil der angegebene, ehemalige Weg nicht mehr begehbar ist. Eine erneute Rekultivierung wäre im Nachhinein zu aufwendig. Zudem ermöglicht der neue Verlauf weitere, interessante Perspektiven. Wir biegen nach rechts auf die ehemalige Kreisstraße, der wir ca. 300 m bis an die Waldgrenze folgen. Doch Vorsicht, diese Straße ist für den Verkehr bislang nicht gesperrt.
Bevor der Wald auf der linken Seite endet, begeben wir uns hinter zwei mächtigen Eichen nach links in einen kleinen Pfad. Dieser verwunschene Weg führt uns zu einer weiteren Tafel, die an der K 27 (x3) angebracht ist. Nun folgen wir dem Hinweisschild und begeben uns auf den Damm. Auch er wurde künstlich durch Aushub errichtet. Nun befinden wir uns ebenfalls in einem ehemaligen Tagebaugebiet der Erzförderung. Es gibt nun zwei Wegvarianten, wir nehmen die zweifellos interessantere Variante, die uns geradeaus über den Damm hinweg und etwas steil abschüssig ins Tagebauloch, auch „Teufelsloch“ genannt, führt. Durch abgelagertes Gestein entstand über Jahre hinweg eine herrliche Heidelandschaft. Auch ein Teil des Eingangs eines ehemaligen Abbaustollens ist noch vorhanden. Im Krieg wurde er von Amerikanischen Besatzungsmitgliedern teilweise gesprengt. Es ist nicht leicht, sich in diesem Wirrwarr von kleinen Wegen und Pfaden zurecht zu finden: wir halten uns weiter stur geradeausüber Fels und Stein und gehen hinab zum „Blauen See“. Dieser See war ehemaliger Tagebaubereich. Das riesige Loch wurde mit Spülschlamm aus dem Tagebau Horm verfüllt. Konnte man den See vor Jahren noch als See erkennen, so ist er heute fast zugewachsen und verlandet. Es erwartet uns jedoch ein herrliches Biotop in einer reizvollen landschaftlichen Atmosphäre.
Wir verlassen nun den vorgenannten Bereich und erreichen eine Wildwiese. Sie dient dem Wild als Äsungsfläche. Nun kommen die Wegevarianten wieder zusammen und wir wenden uns über einen Waldweg in östliche Richtung. In einem Bogen geht es nun bergab und wir verlassen die ehemalige Deichkrone bis wir die alte Kreisstraße erreichen und vor einem Schlagbaum stehen. Wir überqueren die Straße, um gegenüberliegend in einen kaum erkennbaren Pfad zu gelangen, der uns im rechten Winkel durch einen Fichtenbestand nach 80 m zu einem Querweg führt. Diesem Weg folgen wir nach rechts bis zu einem asphaltierten Wirtschaftsweg. Nun sind wir beim Forsthaus angekommen. Dieses lassen wir rechts liegen und folgen dem asphaltierten Weg weiter nach rechts. Dieser Weg (im Volksmund „Bahnewääch“ genannt) diente früher dem Abtransport des gewonnenen Erzes. Auf schienengeführten Pferdefuhrwerken wurde das gewonnene Material abtransportiert. Eine Tafel am Ende des Waldes informiert uns über diese Verfahrensweise. Links im Kufferather Tal sehen wir nun das zuvor erwähnte ehemalige Maschinenhaus.
Wir gehen an der nächsten asphaltierten Weggabelung weiter geradeaus, bis wir ein Bruchsteingebäude erreichen. Dies war die ehemalige Verladestation. Man erkennt die unterschiedlichen Ebenen der Toreinfahrt. Links wurde das Material angeliefert und auf darunter stehende Fahrzeuge gekippt. Diese brachten das Erz nach Lendersdorf, wo es verhüttet wurde. Nähere Hinweise zeigt die dort befindliche Tafel. Wir folgen der Straße vorbei an dem Gebäude bis zum Ortseingang Kufferath und erreichen die Bergheimer Straße, der wir rechts folgen. Nun überqueren wir die K 27, halten uns hiernach links und folgen dem asphaltierten Wirtschaftsweg, links unter uns der Kufferather Bach. Nach ca. 500 m erreichen wir einen Pferdehof. Der rechte Weg führt uns direkt zum Hof.
Wir halten uns links und erreichen nach ca. 200 m den Ausgangspunkt der Wanderung.
(x1) Startpunkt sowie Restaurant mit Einkehrmöglichkeit
(x2) Einstiegsmöglichkeit „Friesenhof“ sowie
Restaurant mit Einkehrmöglichkeit
(x3) Einstiegsmöglichkeit an der „K 27“
Streckenführung mit Kennzeichnung der Standorte der Hinweistafeln.
Tafel 1: Die Anfänge der Bergbaugeschichte - Der Johannastollen
Tafel 2: Die Eisenerz-Bergbaugeschichte Kufferaths
Tafel 3: Flöz III
Tafel 4: Der Schacht am Friesenhof
Tafel 5: Alter Schacht
Tafel 6: Tagebau der Neuzeit
Tafel 7: Alte Aufbereitungsanlage
Tafel 9: Der Transportweg
Tafel 10: Die alte Verladestation
Verantwortlich für die Erstellung des Bergbauwanderweges zeichnet sich die Interessengemeinschaft Heimatgeschichte und Brauchtumspflege Kufferath. Die offizielle Einweihung des Weges erfolgte im Juni 2008.



